SPARTAN Winter Sprint, Liberec – Über kurze Distanz im Schnee ans Limit

….vielen Dank Gregor für Deinen schönen Bericht!

Beschauliche Winterzeit, Ruhezeit? Pustekuchen! 9 Spartaner Claudi, Ediceh, Annette, Michaela, Mike, Danny, Steven, Andreas und ich vom OCR München pilgerten Mitte Januar zum ersten OCR Rennen in Europa in 2018, dem SPARTAN Winter Sprint in Liberec bei unseren Nachbarn in der Tschechischen Republik.

Meine Frau hatte mir den Start zu Weihnachten in der neu eingerichteten „Age Group“ geschenkt und ich war mit der romantischen Vorstellung angereist locker durch einen schönen verschneiten Winterwald zu joggen. Auch als zeitliche Überbrückung bis dann die richtigen Rennen auf Mallorca (März) und München (April) losgehen. Diese Vorstellung entsprach nicht annähernd der Realität, die Erfahrung war aber dann doch sehr lohnenswert.

Das Rennen ist als SPARTAN Sprint über 8 km und ca. 700 Höhenmeter konzipiert und findet im Skigebiet des Jested, dem Hausberg von Liberec statt. Der größte Unterschied zu den bekannten SPARTAN Formaten ist wohl, dass das Rennen bei Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt durchgeführt wird (daher der Name WINTERSPRINT). Das Gelände am Jested ist ein Skigebiet in einer mittelalpinen Lage, welches mich zunächst irgendwie an unendlich viele langweilige Schulausflüge in den heimischen Harz erinnerte. Einige von uns haben hier bereits im Sommer 2017 an einem BEAST teilgenommen und begegneten dem steilen Gelände mit wesentlich mehr Respekt. Nach einem netten Zusammensein in einem typischen tschechischen Bierkeller am Vorabend, begann der Renntag recht früh aufgrund eines längeren Transfers in das Skigebiet mit Bussen vom Tal aus.

Die Rennstrecke folgte vom Start bei der Skischanze einem Rundkurs um den Gipfel des Jested, welchen wir allerdings aufgrund des dichten Nebels nicht wirklich sehen konnten. Direkt nach dem Start ging es über drei Abschnitte sehr steil nach oben, anstelle eines dynamischen Rennens eher im gemäßigten Gänsemarsch, immer in die Spuren des Vordermanns tretend, wie auf einer Tour im Hochgebirge. Auf einer Art Alm angekommen, folgte der Rennkurs einen gefühlt endlosen und sehr ermüdenden langen Waldweg der mit ca. 5 bis 10 cm Schnee bedeckt war und von vergleichsweise wenigen Hindernissen unterbrochen wurde.Anstrengend und daher erwähnenswert ist der „Walker Walk“,bei dem man mit einem engen Gymnastikband um die Knöchel ca. 50 m einen Pfad im Schnee entlanghoppeln musste, etwas das sehr harmlos klingt, aber stark die Kondition belastet. Das Laufen im Schnee und Nebelentpuppte sich für mich als sehr kräftezehrend und das erste Mal in meiner OCR Zeit bekomme ich echte Zweifel, ob ich es ins Ziel schaffe. Aber wohin im kalten, nebeligen Winterwald? Gibt es hier Wölfe?….also Zähne zusammenbeißen und weiterlaufen.

Nach einer Zeit tauchen dann vertraute Hindernisse auf: dieerste von zwei Monkey Bars, zwei sequentielle 2m Walls und ein Speerwurf. Mein Selbstvertrauen ist plötzlich wiederaufgebaut. Noch besser wird es im zweiten Rennabschnitt, denn wo es hoch geht, muss es ja auch wieder runter gehen. So folgt nach einem schnellen Wire Crawl der eigentlich ein Downhill Wire Slide ist, ein langer Abstieg unter einem Skiliftinkl. einer Schlittenfahrt auf einem Heusack (sehr lustig!). In der Ausgangs-Station angekommen, gilt es einige dergängigen Hindernisse zu stürmen. Dann – nach „nur“ 120 Burpees – ist plötzlich das Ziel da … und ich bin sehr stolz auf meine Winter Spartan Medaille aus Glas.

Und nun, vor meinem Fazit noch ein paar wunderbare Impressionen:

Fazit: Das Winter Race ist etwas Besonderes nicht nur aufgrund des Schnees und der Kälte, sondern auch aufgrund der hohen Anforderung – selbst auf einer vergleichsweisekurzen Strecke mit wenigen Hindernissen. Auch liegt es in einem Zeitraum, in dem der OCR Kalender in Europa nicht vor Alternativen strotzt. Ich werde wieder teilnehmen, nicht zuletzt wegen der fantastischen und freundlichen Atmosphäreim Tschechien.

Uwe

Fortgeschrittenes Alter, aber sonst ganz nett :-)