Celtic Warrior DirtRun Zillingtal 2017

Am Freitag Abend den 3. März machen wir (Mike und Claudia) uns auf den Weg nach Zillingtal in Österreich wo zum zweiten Mal der Celtic Warrior Dirtrun stattfinden wird. Schon im letzten Jahr haben wir viel Positives über diese Veranstaltung gehört, der Start in diesem Jahr war also sicher 😉 Der Celtic Warrior wird dieses Jahr zum ersten Mal in 4 Distanzen angeboten. Auf 7, 15, 30 und 50 km gilt es zwischen 50-60 oder 100-120 Hindernisse zu überwinden. Auf allen Distanzen starten diesmal insgesamt knapp 600 Teilnehmer.

Am Morgen sind wir früh auf den Beinen um unsere Startunterlagen abzuholen. So haben wir noch genug Zeit um uns umzuschauen und die ersten Hindernisse zu begutachten.

Die 50 km Ultraläufer starten bereits um 8:00 Uhr, ein eher kleines Läuferfeld setzt sich pünktlich in Gang.

Um 9:15 Uhr starten wir gemeinsam mit knapp 50 anderen Startern auf die Mitteldistanz.

Der Startschuss fällt und wir laufen los. WEITERDie ersten 1-2km sind rund um den Start/Zielbereich angelegt und mit etlichen Hindernissen gespickt. Zahlreichen Kletterhindernisse und Wände (bis ca. 3m) und ein Gerüstaufbau, der 3x erklettert werden muss. Wir werden über und durch mehrere Container geschickt und hangeln uns an Eisenstangen entlang. Die Hindernisse sind einzeln nicht allzu schwierig, aber in der Summe rauben sie ordentlich Kraft. Nach dem dichten Hindernisparcours geht es auf die Laufstrecke. Wir haben riesiges Glück mit dem Wetter. Zwar weht ein starker Wind, aber es ist ungewöhnlich warm für Anfang März. So warm, dass wir uns gleich auf den ersten Kilometern unsere Longsleeves ausziehen müssen und im T-Shirt weiter laufen.

Die Strecke führt zunächst über Feldwege und durch leichte Trails, doch bald folgt die erste Abkühlung in einem Tümpel. Das nächste Hindernis, das sich uns in den Weg stellt, wird von vielen Läufern zum Hasshindernis des Tages erkoren: eine Kriechstrecke unter einem gespannten Tarnnetz. An sich kein Problem, jedoch mit über 100m Länge wieder sehr kräftezehrend.

Nach der gefühlt endlosen Kriechpassage wird es noch schlammiger, es geht durch mehrere Gräben und einen diesmal sehr kurzen Barbed Wire Crawl durch den „Gatsch“. Diesen können wir uns aber gleich wieder abwaschen, da wir erneut durch einen kleinen See geleitet werden. Nach einer längeren Laufstrecke durch einen schlammigen, kleinen Bachlauf und einem erneuten Besuch im Tümpel erreichen wir endlich die erste Verpflegungsstelle. Mikes Uhr zeigt knapp 5 Kilometer in einer Stunde, unfassbar.

Nach der ersten Stärkung haben wir ein paar Höhenmeter vor uns und diesmal etwas knackigere Trails zu überwinden. Danach steht uns ein längeres Laufstück bevor, welches uns zum Steinbrunner See bringt. Dort werden wir noch ein paar Mal einen Steilhang  rauf und runter gescheucht bevor wir uns im See bei kuscheligen 5°C abkühlen dürfen. Wir tauchen unter Baumstämmen durch, springen vom Steg in den See und schwimmen zwei, drei Meter. Die Wasserwacht hat immer ein Auge auf uns. Kaum sind wir aus dem Wasser müssen wir einen angenehm leichten Sandsack einen seichten Hang hochtragen und wieder am Startpunkt absetzen.

Nachdem wir den Steilhang diesmal über eine glatte Plastikplane hoch gekrochen sind, wartet eine Tyrolean Traverse in Form von gespannten Slack Lines auf uns. Wir stärken uns noch an der Verpflegungsstation oberhalb des Sees und es geht wieder zurück, erneut durch kleinere Trails und eine steile Wiese hinab, nur um danach wieder den Berg hinaufzulaufen. Unterwegs wartet noch eine weitere Loaded Carry Station auf uns, diesmal mit Autoreifen. Es gibt zu wenige Reifen, aber wir werden schon mal los geschickt und sollen den entgegenkommenden Läufern die Reifen abnehmen. Als wir an der Reihe sind, die Reifen abzugeben, verzichten einige Läufer grinsend und schulterzuckend und laufen einfach so weiter. Eigentlich egal, da sich um uns herum von der Zeit her sicher niemand mehr aufs Treppechen laufen wird oder sich für die EM qualifiziert. Aber mal ganz ehrlich: entweder ganz oder gar nicht. Ein echter Warrior stellt sich jedem Hindernis!

 

Auf der folgenden Laufstrecke kommen wir zurück zum Tümpel und müssen diesen diesmal noch länger durchwaten um dann wieder auf unsere ursprüngliche Strecke vom Anfang zurückzukehren. Was verwirrend klingt ist es auch, wir treffen ein paar Läufer die an der vor uns liegenden Abzweigung falsch abgebogen sind und somit schon weit mehr Kilometer in den Beinen haben als sie eigentlich sollten. Erneut müssen wir über 100 Meter kriechen.

Endlich kommen wir dem Startbereich näher und und wir realisieren, dass wir den gesamten Hindernisparcours dort nochmal rückwärts absolvieren müssen. Da die Zeit schon recht fortgeschritten ist und Mike noch eine zweite Runde vor sich hat, trennen wir uns damit jeder in seinem Tempo die Hindernisse überwinden kann. Claudia finisht die 15+KM nach 3:40 Std, Mike hängt noch eine Runde dran  und beendet die 30+KM mit einer Zeit von 6:23 Std. Dass das Rennen nicht ohne war, sehen wir bei unserer Platzierung: wir hatten damit gerechnet mit als letzte gelistet zu werden, finden uns aber beide etwa im Mittelfeld wieder.

Dieses Rennen trägt durchaus mit recht den Titel des härtesten Rennens in Österreich. Besonders bei wirklich winterlichen Witterungsverhältnissen, wäre es durchaus eine noch größere Herausforderung gewesen.

Unser Gesamtfazit: Ein von der Starterzahl her überschaubares Rennen, aber trotzdem top und mit viel Liebe organisiert! Keine unüberwindbaren Hindernisse, aber durch die Anzahl, den Aufbau und die Streckenführung auf jeden Fall eines Quali-Laufes würdig! Ein weiterer Pluspunkt ist der nicht profit-orientierte Ansatz: relativ günstige Startgelder und der gesamte Gewinn wird gespendet. Daumen hoch dafür!

Vielen Dank an das Celtic Warrior Team, es war fantastisch! Zillingtal wir kommen wieder!